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TÜV-Hauptuntersuchung — Tipps vom KFZ-Mechatroniker

~ 10 Min Lesezeit Veröffentlicht 02.05.2026 Moritz Wahl

Die HU ist für die meisten Autofahrer eine lästige Pflicht, die alle zwei Jahre kommt. Für uns als KFZ-Mechatroniker ist sie das beste Diagnose-Tool, das wir kennen — weil wir bei der technischen Sichtprüfung schon erkennen, was der Prüfer finden wird. Hier ist, was du wissen musst.

Die HU (umgangssprachlich „TÜV", eigentlich Hauptuntersuchung nach § 29 StVZO) ist für jeden Pkw alle 24 Monate Pflicht. Sie wird von TÜV Süd, DEKRA, GTÜ oder KÜS durchgeführt — egal welcher Anbieter, der Prüfkatalog ist exakt derselbe. Was viele nicht wissen: Du kannst die HU bei deiner Wunsch-Werkstatt machen lassen, der Prüfer kommt dann zur Werkstatt.

Was bei der HU wirklich geprüft wird

Die HU ist mehr als „Plakette dranklatschen". Der Prüfer arbeitet einen festen Katalog ab, der etwa 150 Prüfpunkte umfasst. Die wichtigsten Bereiche:

Die 10 häufigsten Mangelklassiker (aus der Praxis)

Das hier ist keine offizielle Statistik, sondern was wir bei R&M Automobile am häufigsten beheben müssen, bevor ein Auto in den Verkauf geht oder unsere Kunden zur HU schicken:

  1. Defekte LampenBremslicht, Kennzeichenleuchte, Standlicht. 5-Minuten-Reparatur, aber führt zu „geringer Mangel".
  2. Verschlissene Bremsbeläge oder ScheibenOft direkt erheblicher Mangel.
  3. Ölverlust am MotorMeistens Ventildeckeldichtung oder Simmerring. Bei viel Verlust ist es ein erheblicher Mangel.
  4. Achsmanschetten gerissenSieht man schnell auf der Hebebühne, beim TÜV fällt es definitiv auf.
  5. Verschlissene SpurstangenköpfeSpiel in der Lenkung, leicht zu prüfen, aber oft ignoriert.
  6. Auspuff-Roststelle oder LochBei alten Fahrzeugen Klassiker, bei Dieseln teilweise teuer.
  7. Stoßdämpfer durchIm Rollenprüfstand erkennbar, oft beidseitig zu wechseln.
  8. Reifen-Mindesttiefe oder RisseEiner der häufigsten Gründe für Nachuntersuchung.
  9. Abgas-Werte zu hochLambdasonde, Dieselpartikelfilter, AGR-Ventil. Bei modernen Dieseln teuer.
  10. Korrosion am tragenden BereichSchweller, Achsträger. Ab einem gewissen Punkt nicht mehr wirtschaftlich zu reparieren.

Selbstcheck: 10 Dinge, die du selbst prüfen kannst

Wenn du diese Liste eine Woche vor deinem HU-Termin durchgehst, sparst du dir oft die Nachuntersuchung — und das sind 30 bis 50 Euro plus die zweite Anfahrt.

  1. Alle Lampen testen — außen und innenStandlicht, Abblendlicht, Fernlicht, Blinker (alle 4), Bremslicht (lass jemand reinschauen, während du tippst), Kennzeichenbeleuchtung, Rückfahrlicht. Innen: Innenbeleuchtung, Warnblinker.
  2. Reifenprofil und DOTMit einer 1-Euro-Münze: Goldener Rand muss verdeckt sein (= mind. 3 mm). Auf dem Reifen die DOT-Nummer suchen — vier Zahlen, die ersten zwei sind die Woche, die letzten zwei das Jahr. Älter als 6 Jahre = lieber wechseln.
  3. WischblätterWenn sie schmieren, ersetzen. 12 Euro, 2 Minuten Arbeit. Schlieren kann ein Mangel bei der HU sein.
  4. Scheibenwaschanlage und WasservorratVoll auffüllen, Funktion testen, alle vier Düsen. Bei Heckscheibenwischer Funktion prüfen.
  5. Hupe und WarnblinkerKlingt lächerlich, aber die Hupe geht oft kaputt, ohne dass du es merkst. Einmal drücken, einmal Warnblinker an.
  6. Verbandskasten und WarndreieckVerbandskasten Ablaufdatum prüfen (steht außen drauf). Abgelaufen = neuer kostet 7 Euro. Warndreieck und Warnweste am Platz.
  7. Sichtprüfung BremsenVorderrad ranklappen, Lampe drauf. Bremsbelag dünner als 4 mm? Wechseln. Bremsscheibe mit deutlicher Kante außen und innen? Wechseln.
  8. Unter dem Auto: Tropfen?Park-Stelle ansehen. Öl-, Wasser- oder Bremsflüssigkeitstropfen sind Warnzeichen. Bremsflüssigkeit (klar/leicht gelblich) ist immer ein Sofort-Reparatur-Punkt.
  9. Motorhaube auf: FlüssigkeitsständeMotoröl, Kühlflüssigkeit, Bremsflüssigkeit, Servoöl, Scheibenwaschanlage. Alles auf Max-Markierung. Achtung: Kühlmittel nur bei kaltem Motor öffnen.
  10. OBD: MotorkontrollleuchteDer wichtigste Punkt. Wenn die Motorkontroll-Lampe (gelbes Motor-Symbol) leuchtet, gehst du nicht zum TÜV — durchfallen ist garantiert. Erst auslesen lassen, Fehler beheben, dann hin.
90 % aller HU-Durchfaller könnten bestehen, wenn vorher jemand 30 Minuten mit einer Taschenlampe ums Auto gegangen wäre.

Was kostet die HU 2026?

Bei uns in der Region (Bayern) liegt die HU + AU für einen Pkw aktuell bei rund 163 € — Stand 2026. Im Bundesdurchschnitt etwas günstiger, je nach Prüforganisation und Region. Wenn du die HU bei deiner Werkstatt machen lässt, kommt oft noch eine kleine Pauschale (10 bis 20 €) für Hebebühne und Vorbereitung dazu — die ist meistens das Geld wert.

Was passiert bei abgelaufener HU-Plakette?

Hier wird es für viele unangenehm. Die Plakette zeigt: außen oben Monat, innen Jahr. Beispiel: 03/26 heißt fällig spätestens 31. März 2026.

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Tipp aus der Praxis

Wenn die Plakette schon mehrere Monate ab ist, ruf den Prüfer am Tag des Termins an und frag, ob er Zeit hat oder ob du flexibel bist. Manchmal kann ein Prüfer dir vorab gut sagen, wo dein Fahrzeug Probleme machen würde — spart dir Zeit.

Was wenn der Wagen durchfällt?

Drei Szenarien:

Wenn die Reparaturkosten sich nähern dem, was das Auto wert ist, lohnt sich oft das Aufgeben. Bei einem 12 Jahre alten Diesel mit 220.000 km, der DPF und AGR-Ventil braucht (zusammen oft 2.500 Euro), ist Verkauf manchmal die bessere Lösung.

Wir kaufen Fahrzeuge auch ohne TÜV

Falls dein Auto nicht durchkommt oder die HU schon länger abgelaufen ist und du keine Lust mehr auf Reparaturen hast: Wir bei R&M Automobile in Hemau kaufen Fahrzeuge auch ohne gültige HU. Du musst vor dem Verkauf nichts reparieren — oft macht das Geld, das du in Reparaturen für die HU stecken würdest, beim Verkauf gar keinen Unterschied. Wie der Autoankauf-Ablauf bei uns funktioniert, haben wir hier ausführlich beschrieben.

Und wenn du gerade dabei bist, dir einen anderen Wagen zu suchen: in unserem Fahrzeugbereich stehen ausschließlich Fahrzeuge mit aktueller HU — und wenn du beim nächsten Kauf gleich auf die Punkte achten willst, die der TÜV abklopft, hilft dir unsere Gebrauchtwagen-Checkliste.

Häufige Fragen zur HU

Was kostet eine TÜV Hauptuntersuchung 2026?

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Bei uns in Bayern liegt die HU + AU für einen Pkw aktuell bei rund 163 €. Im Bundesdurchschnitt je nach Prüforganisation und Region etwas günstiger. Wenn der Wagen beim ersten Termin nicht durchkommt, kostet die Nachuntersuchung 30 bis 50 € extra.

Was passiert bei abgelaufener TÜV-Plakette?

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Bis zu 2 Monate Überziehung: kein Bußgeld bei der Polizeikontrolle, aber bei der HU wird vertieft geprüft. 2 bis 4 Monate: 15 Euro Verwarnung. 4 bis 8 Monate: 25 Euro plus 1 Punkt in Flensburg. Über 8 Monate: 60 Euro, 1 Punkt — und es wird wirklich teuer bei einem Unfall, da die Versicherung zurücktreten kann.

Wie lange ist die TÜV Plakette gültig?

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Bei Pkw bis 3,5 Tonnen: 24 Monate (alle 2 Jahre). Bei Neuwagen ist die erste HU erst nach 36 Monaten fällig. Wohnwagen über 750 kg, Anhänger und Taxis haben kürzere Intervalle (12 Monate). Die genaue Frist findest du auf der Plakette: außen Monat, innen Jahr.

Welche Mängel sind bei der HU am häufigsten?

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Die TÜV-Statistik zeigt jedes Jahr dieselben Klassiker: Bremsanlage (rund 22 % aller Mängel), Beleuchtung (rund 18 %), Achsen/Reifen (rund 16 %), Ölverlust am Motor/Getriebe (rund 12 %) und Auspuffanlage (rund 8 %). Über 20 % der Pkw bei der HU haben erhebliche Mängel — meistens vermeidbar mit etwas Vorbereitung.

Lohnt sich eine HU vor dem Verkauf des Autos?

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Bei jüngeren oder gut gepflegten Fahrzeugen: ja, das hebt den Verkaufspreis um oft 300 bis 800 Euro. Bei alten Fahrzeugen mit Reparaturbedarf: nein, weil du in eine HU investierst, die womöglich nicht durchgeht. Wir bei R&M Automobile kaufen Fahrzeuge auch ohne TÜV — du musst nichts vor dem Verkauf reparieren.
Wagen kommt nicht mehr durch? Verkauf statt Reparatur.

Wenn die Reparaturkosten für die HU höher sind als der Restwert des Autos, kaufen wir es auch ohne TÜV. Faire Bewertung vom KFZ-Mechatroniker, sofortige Echtzeitüberweisung.